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Freitag, 11. Mai 2018

Vom Schlachtfeld zum Sündenbabel

Der Name พัทยา Pattaya leitet sich von „Phraya Tak“ ab, einem General der siamesischen Armee in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der später als König ตากสิน Taksin der Große geadelt und berühmt wurde. ( obwohl ähnlich klingend, hat der Name nichts mit dem ehemaligen Premierminister ทักษิณ Thaksin Shinawatra  zu tun, man sieht es an der völlig anderen Schreibweise.  Es ist auch nicht erlaubt, daß royale Namen von bürgerlichen Personen verwendet werden. 

General Taksin 
Im Jahre 1767, als die feindlichen Burmesen gegen das damalige Königreich von Ayutthaya anstürmten, soll die Armee des Phraya Taks in der Gegend, die später als Pattaya bekannt werden sollte, eine denkwürdige Schlacht gegen die einfallenden Burmesen gekämpft und diese erfolgreich in die Flucht geschlagen haben.  Er stieg dann zum König auf, gründete in Thonburi  das neue Reich, endete aber 1782 unter dem Scharfrichter.  Nach alter Tradition wurde er in einen samtenen Sack gesteckt und mit einer Keule aus Sandelholz erschlagen, weil königliches Blut nicht vergossen werden durfte. ( zu lesen in "Lords of Life" von Prinz Chula Chakrabongse, dem Cousin  des Rennfahrers Birabongse )

Dem Gebiet des sagenumwobenen Schlachtfelds wurde daraufhin der Name ทัพพระยา Thap Phraya verliehen, was wörtlich übersetzt „Armee des Phraya“ heißt. Die Wortteile wurden später vertauscht zu Ph(r)attaya – sowas passiert in der Sprachgeschichte des öfteren – und deren Aussprache und Schreibweise dann vereinfacht zu Pattaya. Mitten durch das heutige Pattaya führt eine Strasse namens ทัพพระยา Thappraya,  die den ursprüglichen Name wiedergibt. Phraya ist die Bezeichnung für einen bürgerlichen Adelsrang.

Wie bei hochgestellten Personen im alten Siam üblich, änderte sich der Name Taksins im Verlauf seines Lebens bei der Übernahme neuer Positionen mehrfach. Auch postum wurde er mit verschiedenen Namen und Titeln bezeichnet. Sein bürgerlicher Name war Sin, Nachnamen existierten zur damaligen Zeit in Siam nicht. Mit der Übernahme des Gouverneursposten in der Provinz Tak bekam er den Titel Phraya Tak. Unter diesem Titel wurde er bekannt und manchmal zur Unterscheidung um seinen individuellen Namen ergänzt, also Phraya Tak (Sin). In älteren westlichen Quellen, die mit den siamesischen Namenskonventionen nicht vertraut waren, wurde er später, als König, auch als Phraya/Phya/Phaya Tak bzw. Phyatak bezeichnet.

Von den Ereignissen damals bis in die fünziger Jahres des jetzten Jahrhunderts tat sich dann eigentlich nichts weiter dort, die malerische Bucht von Pattaya wurde nur von ein paar wenigen, alteingesessenen Fischerfamilien bewohnt, und nichts wies hin auf die kommenden, gewaltigen Veränderungen der folgenden  Jahrzehnte. 

Dann, Anfang der 1960er Jahre, war es der Vietnamkrieg, der  das Fischerdorf Pattaya aus seinem Dornröschenschlaf  holen sollte.
Tatsächlich befand sich gleich in Sattahip, heute kaum eine halbe Autostunde südlich von Pattaya entfernt, ein wichtiger Stützpunkt der US-Marine. Der Militärflughafen อู่ตะเภา U-Tapao, heute  ein ziviler Flugplatz, wurde  von den Amerikanern als Militärflugplatz ausgebaut und ab 1967 als Stützpunkt für Einsätze der B-52-Langstrecken-Bomber  in Vietnam genutzt. (Einer vermutlich nicht ganz wahrheitsgetreuen Legende nach wurde der B-52 Cocktail übrigens zum ersten Mal in Pattaya gemixt.)
B-52 Bomber auf dem Weg nach Vietnam
Kein Wunder dass sich die jungen GIs in ihrer knapp bemessenen Freizeit (auch „Rest and Recreation“ genannt) gerne an den sauberen Stränden Pattayas vom Horror des Krieges erholten;  und wer die Taschen voller Dollars hat und nicht weiß, ob er den nächsten Einsatz überlebt, will nicht nur am Strand liegen. 

Der Legende nach trafen am 29. April 1961 die ersten US-amerikanischer GIs, die im nahegelegen Marinestützpunkt Sattahip stationiert waren und dringlichst „Rest and Recreation“ benötigten, am Strand des kleines Fischerdorfs Pattaya ein – und lösten  eine wahre Lawine aus.
Thailändische Hula-Mädchen begrüßen Marinesoldaten aus Sattahip.

 Die erste Bierbar wurde eröffnet, und da Prostitution in Siam eine lange, allerdings auch diskrete Tradition hat, kam Eines zum Anderen. Wie in jedem Dorf gab es auch in Pattaya in  Nebenstrassen die Häuser mit  den roten Laternen, die aber nur der lokalen männlichen Bevölkerung zur Orientierung dienten.  Daß ausländische Männer die gleichen Bedürfnisse haben, wurde schnell erkannt und die einschlägigen Etablissements entsprechend erweitert.
Brabo´s Bierbar  um 1962

Schnell zusammengezimmerte Hütten mit Wellblechdach dienten als Kontaktzentren,  Brabo´s Bar war vermutlich die allererste,  an der Beach Road gelegen.

Weitere Häuser folgten, und im Wettsreit um mögliche Kunden pries man  Öffnungszeiten von 10 AM to 1 AM an, also von 10 Uhr morgens bis 1 Uhr morgens.  An Sperrstunden war damals überhaupt nicht zu denken, höchstwahrscheinlich ging der Betrieb also 24/7. 

Da lag es schon fast auf der Hand, daß das einstige Fischerdorf Pattaya bald zur offiziellen „Rest and Recreation Area“ des US-Militärs auserkoren wurde und ein erstes und (damals) einziges Hotel internationalen Standards gleich gegenüber vom Strand erbaut wurde – die  Nipa Lodge, die es, obgleich unter anderem Namen, auch heute noch gibt.

Kaum hatten die ersten GIs den Strand und die wenigen Bordelle von Pattaya erkundet, da machten sich tausende   junger  Frauen aus dem armen Isaan, dem Nordosten des Landes mit dem billigen Überlandbus auf  nach dem fernen Pattaya, um  ihr finanzielles Glück zu machen.  Denn die Dollars sprudelten reichlich,  jede Woche kamen Soldaten auf Fronturlaub aus Vietnam, die Köpfe voller Horror und die Taschen voller Geld und nicht wissend, ob sie den nächsten Einsatz überleben werden.  Allein im Jahre 1968, zur Hochzeit des Krieges, fanden fast 17.000 GIs den Tod.  Insgesamt waren es von 1961 bis 1975 etwa 58.000  tote Soldaten auf amerikanischer Seite.  Die Zahl der vietnamesischen Toten wird mit 1,3 Millionen Soldaten angegeben, dazu 4 Millionen Zivilisten.

Mit dem in den Bars verdienten Geld der Frauen konnten zuhause im Isaan ganze Großfamilien leben und die Kinder auf die Schule geschickt werden.  Manche fanden auch wirklich ihr privates Glück mit einem GI oder Mitarbeiter des JUSMAG, der Joint Military US Assistance Group.  Diese dauerhaft auf der Airbase beschäftigten Männer wohnten mit ihren Frauen in kleinen Häuschen in Pattaya, die vom Militär bezahlt wurden. Da bis auf das Essen praktisch alles aus der Heimat importiert wurde,  konnten sich die Mitarbeiter einen hohen Lebensstandard leisten,  was eine Verbindung mit ihnen für die Frauen noch erstrebenswerter machte. 
JUSMAG Bungalow um 1964
Der Vietnamkrieg war 1975 beendet, damit fiel auch das Geschäft mit den GIs  in ein tiefes Loch. Es gab kein R&R mehr, allerdings zogen die Amerikaner nicht vollständig aus Thailand ab. Sie behielten U-Tapao und andere Basen in Thailand, die Beziehungen zum Militär waren ohnehin all die Jahre sehr gut.  Es gab Handelsattachées, Berater, Waffenhändler, CIA-Leute, Piloten der Air-America und vieles mehr, aber das Geschäft lief halt nicht mehr so gut wie früher.

Zum Glück kamen gerade zu dieser Zeit die billigen Charterflüge von Deutschland nach Asien auf.  Vorreiter war  die Lufthansatochter Condor mit den gerade auf den Markt gekommenen Boeing 747,  ohne First und Business, nur mit Economy Sitzen bestuhlt.  Das waren 488 Plätze, die Neckermann für 1149 D-Mark unter das überwiegend männliche Volk brachte, zwei Wochen Hotel inklusive.  Ein Linienflugticket kostet zu jener Zeit 3.450 D-Mark hin und zurück.  Da wollten Airlines wie Aeroflot, Egyptair, Air Lanka, Lot und wie sie alle hießen auch am großen Kuchen knabbern und senkten ihre Preise auf das gleiche Nivau. Allerdings durften diese "Graumarkt-Tickets" nicht in den IATA-Reisebüros verkauft werden, da wachte die Lufthansa eifersüchtig darüber.  Welcher vernünftige Mensch hätte aber 3.450 Mark für ein Linienticket einer solchen Nevercomeback Airline ausgegeben? Also etabliertens ich eine Reihe von Ticket-Konsolidatoren, die um zwei Ecken mit damals üppigen 10% Gewinn diese Tickets verhökerten.   Davon können Resiebüros heute nur noch träumen. Um nicht abgemahnt zu werden,  durften in der Werbung Destinationen und Preise genannt werden, aber nicht die Airline. 


So nahm denn der Aufschwung in Thailand und besonders in Pattaya seinen Lauf. Mehr Touristen brachten mehr Nachfrage, und das Angebot generierte wieder neue Kunden. Die Walking Street war noch eine Durchgangsstrasse, mit vielen Schlaglöchern, der "Verkehr" spielte sich anderswo ab. 
Es setzte ein  enormer Bauboom ein, unter dem Pattaya heute noch leidet,  Korruption und Schlendrian haben verhindert, daß da, wo viel Geld in Aussicht war,  irgendetwas  wirklich etwas Geplantes und Genehmigtes entstand.  Es heißt, daß wohl ein Drittel aller Bauten im Red-Light District illegal errichtet worden sind.   Die Regierung versucht heute,  einigen Wildwuchs rückgängig zu machen,  ein schwieriges Unterfangen.  Der Versuch, Pattaya in ein familienfreundliches  Seebad zu verwandeln,  wird wohl noch lange am Ruf der Stadt scheitern.  Dabei ist das, was der durchschnittliche Tourist sieht, nur ein Teil, nämlich der mit dem schlechten Ruf.

Es gibt  sehr schöne Hotelanlagen mit eigenem Strand, wo man ganz hervorragend Urlaub machen kann, ohne jemals eineSchmuddelecke zu Gesicht zu bekommen. 


Man kann in Pattaya  ausgezeichnet essen gehen wie in der Wooden Box,  339 Thappraya Road, einem stylischen Restaurant mit Schwerpunkt organic food.   Nicht unerwähnt bleiben sollen die zahlreichen Seafood-Restaurant am Meer, etwas außerhalb an den Ausfallstrassen  gelegen.  



Wem das dann zu langweilig wird, macht halt einen Abendbesuch auf der Walking Street,  kann man auch problemlos mit Kindern. Besonderen Spaß macht das Anschauen der chinesischen Touristen, die in Gruppen ihrem fähnchenhochhaltenden Führer folgen,  rechts fotografieren, links fotografieren und weg sind sie.  Dabei gibt es doch so schöne Motive, wenn man genau hinschaut: 

Da fragt man sich nun,  hat man den armen Kerl bis aufs Hemd ausgezogen, oder ist in dem Laden einfach Tote Hose?  Auf dem Schild steht, daß Personen unter 20 Jahren nicht rein dürfen, sich nicht hinsetzen und nichts essen dürfen. Da drunter die Telefonnummern der Touristenpolizei.  Da es aber nur auf Thai angeschrieben ist, gilt es wohl nicht für Ausländer.  








Montag, 4. April 2016

....besucht das Tamar Center und erzählt etwas über das älteste Gewerbe der Welt.

Nach einem erholsamen Vormittag am Pool   fahre ich  heute zum Tamar Center, einer christlichen Einrichtung. Hier wird Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollen,  eine Berufsausbildung angeboten.  Steffie führt mich herum und zeigt mir die Backstube und die Kartenproduktion.   Ich trinke noch einen Kaffee,  probiere einen der angebotenen Kuchen  und genieße die Airconditioning. Draußen ist es brüllend heiß und etwas Wind geht natürlich nur am Strand, nicht in den Strassen.  Ich verspreche Steffie,  etwas in unserer Gemeindezeitung über Tamar zu schreiben.  

Man schätzt, daß es etwa 30.000 Sex-worker in Pattaya gibt, Frauen, Männer, Ladyboys und alles dazwischen. Die meisten sind Thais, aber es gibt auch eine erstaunliche Anzahl Russinnen und  Ukrainerinnen,  jedenfalls werden sie in den einschlägigen Etablissements so angepriesen. 

Prostitution ist nicht mit den den Ausländern nach Thailand gekommen, diese Fehlinformation sollte mittlerweile widerlegt sein, sie hat nur einen enormen Aufschwung genommen mit den GI´s, die während des Vietnamkriegs zu RR ( Rest and Recreation) nach U-Tapao eingeflogen wurden. Der während des Vietnamkriegs genutzte Militärflugplatz  diente den   Amerikanern  als Basis und  ist nur wenige Kilometer von Pattaya entfernt, und so bevölkerten mehr und mehr amerikanische Soldaten die Bars und Badehäuser.  Wo eine Nachfrage ist, entwickelt sich ein Markt, und ein Markt zieht aus wieder neue Kundschaft an.  
Mit den Billigflügen nach Thailand um 1970 kamen dann auch sehr viele Touristen aus Westeuropa, aus dieser Zeit stammt der überlieferte Spruch (du Neckelmann, du bumsen?"
Aus dieser Zeit stammt das Bild hier, auf dem Schild steht Ab-ob-nuad,  das bedeutet  baden-heizen-massieren.  Ein Badehaus, auch Türkisch-Bad genannt, war eine äußerst beliebte Institution. Der ( männliche ) Besucher betrat das Haus und fand sich in einem großen abgedunkelten Raum wieder.  Abgetrennt durch eine Glasscheibe saßen die Masseusen wie Hühner auf der Stange zur Begutachtung. 
Bei einem Bier wurde dann gefachsimpelt, welche denn nun am besten massieren täte, die wurde dann herausgerufen, bewaffnete sich mit Handtüchern und geleitete den Gast in eine Badezimmer.  Sie ließ heißes Wasser ein ( eine Seltenheit in einem Thai-Haushalt damals), assistierte beim Entkleiden und seifte den Gast dann in der Wanne ordentlich ein.  Anschließend wurde er trocken gerubbelt und durchgeknetet. Sofern der Gast  Extrawünsche hatte, wurde diese gegen einen Aufpreis bereitwilligst erfüllt.  
In den Bars ging es recht gesittet zu, die Damen waren vollständig bekleidet und nicht nur mit knappen Bikinis wie heute.  Das Werbeplakat der Mosquito Bar ist in sofern irreführend, als daß die Damen zu der Zeit niemals oben ohne getanzt haben. Die  Herren der Band spielten, das ist korrekt, im Anzug. 
So gingen die Jahre ins Land, der Vietnamkrieg ging zu Ende, es kamen immer mehr Touristen und das Geschäft mit dem Sex boomte.  Aus den Bretterbuden wurden massive Häuser mit Leuchtreklamen, aber ganz, ganz früher sah es etwa so aus: 
Bordellstrasse im alten Siam, vor etwa 150 Jahren. Vor jeder Tür hängt eine rote Lampe, damit der Besucher weiß, woran er ist.  Noch um 1972 gab es ähnliches auf dem Lande, da waren tagsüber Nähstuben in Betrieb, abends wurden die Maschinen reingeholt und rote Laternen aufgehängt.


Zur Geschichte der Prostitution:

König Chulalongkorn, der große Reformer des alten Siam, hatte 1874 ( die USA auch erst 1865)  dekretiert, daß die Sklaverei  abzuschaffen sei. Durchgesetzt hat sich das Sklavenverbot erst 1905, als das mittelalterliche System der Fronarbeit durch die direkte Besteuerung der ehemaligen Sklavenherren und die Bezahlung der ehemaligen Leibeigenen erfolgte. Durch Beendigung des Sklavenhandels festigte sich das Selbstbewusstsein der Bevölkerung und das Vertrauen zum König. Aber viele Frauen verblieben in sklavenähnlichen Verhältnissen und mußten in Bordellen den Männern der Oberschicht zu Diensten sein.
 Und wahr ist ebenso, daß Südostasien schon immer Männer aus fernen Ländern anzog, die exotische Weiblichkeit schätzten und sich dort auch entsprechend – und vollkommen ungehindert – bedienen konnten.
Ein heute noch bekanntes Etablissement um 1900 hieß zum Beispiel Splendid Bar & Restaurant. Um 1900 führte die Bar der 1874 in Czernowitz in der Bukowina geborene Abraham Ausländer, der aus Schanghai nach Bangkok gekommen war.  Abraham Ausländers offiziell zur Bedienung angestellte Frauen zogen jedenfalls schon zu König Chulalonkorns Zeiten die Kundschaft an. Auch einheimische Prinzen schlugen sich hier Nächte um die Ohren und vergaßen hinterher gelegentlich, den Geldboten zu schicken, wenn die Rechnung etwas höher als geplant ausfiel. ( Geschichte der Prostitution in Thailand, Pakinee )

Und wie sieht es heute aus? Ganz typisch ist folgende Geschichte: eine junge Frau aus dem Nordosten, einer landwirtschaftlich geprägten  Gegend, verheiratet sich voller Liebe mit einem Thai, bekommt ein Kind, der Mann haut ab und sie steht alleine da.  Gute Freundinnen erzählen von den tollen Verdienstmöglichkeiten in Bangkok oder Pattaya, sie fährt hin, nur um zu erkennen, daß es zwei Möglichkeiten gibt: für ganz wenig Geld 12 Stunden in einem billigen Restaurant schuften - oder sich zu prostituieren und viel Geld zu verdienen. Als sitzengelassene Ehefrau ist der Weg dann nicht allzuweit, zumal die Freundinnen mit ihrem Geld, Schmuck und tollen Kleidern protzen. Und da ist ja sogar die Hoffnung auf einen reichen Farang (Ausländer), der einen heiratet.  Die Chancen, einen Thai-Mann zu heiraten sind für sie jetzt praktisch auf Null, Bar-Girls werden nur von Ausländern geheiratet.

So fängt es dann an, das Leben als Prostituierte. Noch ist sie jung und attraktiv, verdient viel Geld und kann ihre Eltern unterstützen, die auf das Kind aufpassen. Der  Rest geht dahin für Kleider, Schmuck und sonstwas. Wenn sie klug ist, kauft sie daheim ein Grundstück als Altersvorsorge.
So gehen die Jahre dahin, das HIV-Risiko ist extrem hoch, und der Verdienst wird langsam geringer, bis sie eines Tages sehen muß, daß jüngere Mädchen das Geschäft übernehmen.
Erstrebenswert ist daher, möglichst noch am Anfang der Karriere einen netten Ausländer zu finden, der sie heiratet. Damit sind die Probleme natürlich noch nicht aus der Welt, denn eine Urlausbsliebschaft ist etwas anderes als eine Ehe in einem fremden Land.  Aber das ist Stoff für einen anderen Blog.