Posts mit dem Label Lampang werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lampang werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. November 2018

Riverside Guesthouse Lampang

Lampang ลำปาง im Norden Thailands ist noch ein bißchen wie das 100 km entfernte Chiang Mai Mai vor 30 Jahren. Alles irgendwie eine Nummer kleiner und beschaulicher und vor allem nicht so überlaufen.  Die meisten Besucher kommen nur auf einen Tagesausflug, dabei hat Lampang doch einiges zu bieten:
Das Kloster Wat Phratat Lampang Luang วัดพระธาตุลำปางหลวง mit Relikten aus dem 7.
Jahrhundert, das königliche Gästehaus der Armee, auch genannt "Haus der vielen Fenster",  die Töpferei Danabadee, das "Baan Luis", Wohnsitz und Firma von Louis Leonowens und nicht zu vergessen der schöne Bahnhof vom Architekten Karl Döhring erbaut.  Von Chiang Mai erreicht man Lampang entweder mit einem Minibus oder mit dem Zug, letzterer hat den Vorteil, daß man auf halber Strecke halt machen kann am Bahnhof Khun Tan, wo der Tunnelbauingenieur Emil Eisenhofer begraben liegt.
Mehr als genug also, um wenigsten zweit Tage dort zu verbringen, was  auf jeden Fall eine Übernachtung erfordert. Hier hatte ich ja schon ein Hotel  beschrieben,  bei unserem Besuch 2018 hatten wir uns im Guesthouse Riverside einquartiert, welches etwas versteckt aber ganz entzückend am Wang River liegt.  Der Fluß hatte früher als Hauptverkehrsader eine viel größere Beduetung als heute, denn über ihn kamen die Teakholzstämme heran, mit deren Handel  die Stadt bis ins 20. Jahrhundert großen Reichtum erworben hat.  Deswegen konzentrierte sich das Geschäftszentrum auch am Fluß und wird heute "Talad khao", also alter Markt genannt.  
An eben dieser Strasse liegt das Guesthouse, es wird von Lauranza geführt,  die 1985 nach Lampang kam, um das "Riverside Restaurant" zu eröffnen.  Nach 26 Jahren wurde daraus das Guesthouse,  bestehend aus mehreren kleinen Holzhäusern, die mit alten Möbeln und antiken Objekten geschmückt sind. 

 Es gibt acht Zimmer, von denen sechs mit Klimaanlage ausgestattet und und die restlichen zwei mit Ventilator.  Direkt vor der Rezeption  liegt die  überdachte, zum Fluß hin offene Terrasse  für einen gemütlichen Abend, wenn man keine Lust mehr hat,  zum Nightmarket
oder woanders hinzugehen.  Leider hat der Flügel in der Mitte das Klima nicht so gut vertragen und ist nur noch Dekoration, andererseites ist die Ruhe im Gegensatz zu den  üblichen Beschallungen in Thairestaurants auch sehr angenehm.  Einen Restaurantbetrieb gibt es allerdings nicht,  da muß man sich nach draußen begeben,  als Imbiß werden nur Sandwich und kleine Salate angeboten. 

Das Frühstück, europäisch oder thailändisch, wird auch auf der Terrasse serviert. Man muß sich allerdings wirklich zwingen die geplante Tagestour zu beginnen und nicht einfach sitzen zu bleiben beim
Kaffee und die Ruhe zu genießen.  


The Riverside Guest House
286 Talad Gao road
52100 Lampang
Tel.: 0066-(0)54-227005
Email: info@theriverside-lampang.com




Freitag, 23. Juni 2017

Wat Phra That Luang Lampang

Das Wat Phra That Luang Lampang วัดพระธาตุลำปางหลวง zu deutsch etwa „Kloster der heiligen Reliquie von Lampang“, ist eines der ältesten Klöster in Thailand. 

 
Nach der Legende besuchte  Gautama Buddha einst den Ort vor etwa 2.500 Jahren und spendete ein Haar, das seitdem in dem mehrfach umgebauten großen Chedi des Tempels aufbewahrt wird.

Gegründet wurde das Kloster selbst allerdings viel später, der Legende nach von Phra Nang Chamathewi พระนางจามเทวี, Herrscherin von Haripunchai, einem Reich der Mon im heutigen Nordthailand. Die historische Figur der Nang Chemathewi ist nicht genau zeitlich einzuordnen, vermutlich lebte sie im 8. oder 9. Jahrhundert, es gibt reichlich Legenden und Erzählungen über sie, aber wenig wirklich greifbare Daten.

Eine exakte Datierung für das Kloster ist dann ab dem 13. Jahrhundert gegeben, das Hauptgebäude oder Viharn mit seinem dreifachen Staffeldach wurde 1476 erbaut. Am westlichen Ende dieses Viharn befindet sich in einer vergoldeten pyramidenförmigen Ziegelstruktur die große Buddha-Statue aus Bronze, nur sichtbar durch ein schmales Fenster in der Vorderseite.

 Bei der Renovierung im Jahre 1830 wurden die Teakholzsäulen im Viharn Luang durch Beton-Pfeiler ersetzt, die allerdings sehr schön dekoriert sind.

Der Tempel ist ein schönes Beispiel für alte Lanna Architektur in Thailand. Lan-na, Land der Millionen Felder, war ein Königreich bestehend aus abhängigen Fürstentümern im Gebiet des heutigen Nordthailand, mit der 1269 gegründeten Hauptstadt war Chiang Mai („Neustadt“). Lan Na erlebte seine Blütezeit im 15. Jahrhundert, in seiner wechselvollen Geschichte bildete sich eine eigenständige Kultur aus, die noch heute in Architektur und Musik im Norden präsent ist. Wegen ständiger Konflikte mit den Nachbarn Birma und Siam wurde das Wat Phra That Lampang Luang als Wiang, also Wehrkloster erbaut, in das sich die Landbevölkerung vorübergehend retten konnte, wenn mal wieder die einen oder anderen Herrscher auf Kriegszug waren. Wenn man auf der Straße davor steht, kann man sich heute noch vorstellen, wie schwierig es gewesen sein muß, die hohen Mauern des auf einem Hügel erbauten Klosters zu erobern.
Chedi mit dem Haar Buddhas 
Die von allen Seiten offenen Viharn sind typisch für den frühenLanna-Stil. Während einige Tempel unter Verwendung moderner Materialien und moderner Bautechniken restauriert wurden, ist das
Wat Phra That Lampang Luang weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben.
Als der Erleuchtete Siddharta Gautama in Nordthailand weilte, erhielt ein gewisser Lao Gorn ein einzelnes Haar von ihm, über welchem er dann auf dem Gelände des Klosters einen Chedi von etwa 3 Meter Höhe erbauen ließ. Viel später, nachdem der Buddha ins Nirwana eingegangen war, erhielt der Mönch Phra Kasapa die Asche der rechten Stirnhälfte des Buddha, die er ebenfalls in diesem Chedi beisetzte, der dazu erweitert werden mußte.

Die letzte Vergrößerung des Chedi zu seiner heutigen Größe geschah im Jahre 1496, er ist seitdem 45 Meter hoch ( einschließlich der langen dünnen Spitze) und hat den für die Lanna Architektur typischen quadratischen Sockel von etwa 24 Meter Weite. An den vier Ecken steht jeweils ein großer vergoldeter Schirm, der Sockel ist zum Teil mit vergoldeten Kupferplättchen verkleidet.
Viharn Nam Tham mit Ochsenstandbildern
Im 16. Jahrhundert erbaut wurde der nach allen Seiten offene Viharn Nam Tham, das vermutlich älteste existierende religiöse Holzgebäude in Thailand. Geschmückt ist es innen mit Wandgemälden, die ebenfalls aus der dieser Zeit stammen und in gutem Zustand sind. Vor dem Viharn sind bunt bemalte Ochsen aufgestellt, was den Besucher zuerst an hinduistische Einflüsse denken läßt. Dem ist aber nicht so, denn im thailändischen Volksglauben wird das Kloster Phra That Lampang Luang mit dem chinesischen Tierkreiszeichen des Ochsen in Verbindung gebracht. 


Überall befinden finden sich entsprechende, fast lebensgroße Figuren, und für die in diesem Tierkreiszeichen Geborenen ist das Kloster ein sehr beliebtes Pilgerziel.








Das schmale, verzierte Eingangstor stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Treppe hinauf wird flankiert von den mythologischen Schlangen, den Naga, und als Wächter stehen am Fuß der Treppen zwei Löwen. Der Haupteingang ist allerdings nur selten geöffnet, Besucher gehen durch den südlichen Nebeneingang. In einem Häuschen davor werden Andenken verkauft und zu luftig bekleidete Damen werden gebeten, sich für 20 Baht einen Sarong auszuleihen.

Kachao-Baum im Innenhof mit Stützstäben
Vom Nebeneingang kommt man direkt in den Hof, wo ein riesiger Kachao Baum ( indische Ulme ) steht, dessen Zweige mit hunderten von Stäben gestützt werden. 

Die Legende besagt, daß der Erleuchte auf seiner Reise den schon erwähnten Loa Gorn ausdem Stamm der Lawa traf, der gerade einen Stab aus Kachao-Holz benutzte, um seine Körbe zum Markt zu tragen. Als er stehenblieb, um dem Buddha zuzuhören, steckte er den Stab in die Erde und es sprossen plötzlich Zweige und Blätter daraus.

Wenn so ein heiliger Baum älter wird und die Zweige abzubrechen drohen, unterstützen die Gläubigen diese mit Stäben, sinnbildlich auch als Unterstützung für den Buddhismus. An den bunten Bändern ist zu erkennen, das ein Baum von Geistern bewohnt wird, darum versucht man ihn so lange wie möglich aufrecht zu halten, damit diese ihre Wohnung nicht verlieren. Ein entsprechend gekennzeichneter Baum darf natürlich auch nicht gefällt werden. Die Stützen haben hier also eine doppelte Bedeutung.
Relativ neu und etwas gruselig ist die Halle mit Wachsfiguren bedeutender Äbte des Klosters. Sie sind so lebensecht modelliert, daß man im ersten Augenblick meint, dort sitzen lebendige Mönch.
Lampang ist die einzige Stadt in Thailand, in der es noch Pferdekutschen gibt.  Sie wurden vor rund 100 Jahren vom letzten Gouverneur Chao Boonyawat Wongmanit eingeführt,  der sich sogar extra einen indischen Fahrer dafür engagierte. Die Kutschen kamen ursprünglich aus Burma, wohin  sie die englischen Kolonialherrschaften von Indien mitgebracht hatten.  Wer es sich leisten konnte, hielt sich eine eigene Kutsche, später wurden sie dann in öffentliche Transportmittel umfunktioniert. 
Die Kutschen wurden und werden heute noch nach den alten Vorbildern originalgetreu in Lampang gebaut, als Zugeständnis an die heutige Zeit und die gepflasterten Strassen aber mit Gummireifen ausgerüstet.
Heute sind sie nur noch eine Touristenattraktion, wer Geld hat, leistet sich ein Auto und keine Kutsche.

Das ist Chao Boonyawat:

Das Bild ist der thailändischen Wikipedia entnommen und  gemeinfrei. Alle anderen Bilder vom Autor, alle Rechte vorbehalten. 

Donnerstag, 24. März 2016

.....nach Lampang und übernachtet im Lampang River Logde Resort

Lampang, beschauliche Provinzhauptstadt im Norden, knapp 100 km von Chiang Mai entfernt, ist unser nächstes Ziel.  Interessantestes Besichtigungsobjekt ist der Tempel Wat Phrathat Lampang Luang วัดพระธาตุลำปางหลวง aus dem 7. Jahrhundert.  Die meisten Tempel in Thailand sind von einer Mauer umgeben, aber dieses Kloster ist ausdrücklich als Schutzburg konzipiert worden, auf einem Hügel und  mit einer hohen Mauer  ลำเวียง, so daß in Kriegszeiten die Bevölkerung dort Schutz suchen konnte. Und Krieg herrschte in der wechselvollen Geschichte des Lanna-Königreiches wahrhaftig ziemlich oft.

  
Für die Besichtigung der weitläufigen Anlage ist angemessene Kleidung erwünscht, für 50ct gibt es am Eingang Leihsarongs für die Damen.   Der Text auf dem Schild besagt wörtlich, daß "unhöfliche" Kleidung nicht erwünscht ist, das bezieht sich aber wohl nur auf  weibliche Besucher, für die Herren wird keine Kleidung bereitgehalten. Auf jeden Fall ist es nicht so streng wie im Königspalast Bangkok.   Der Besuch des Tempels lohnt sich auf jeden Fall, schon wegender Vielfalt an heiligen Objekten. Der Elefantengott Ganesha hat eine eigenes kleines Häuschen, und  die überaus lebensechten Mönchsfiguren sind auf den ersten Blick schon etwas gruselig. Sehenswert auch der riesige Boddhi-Tree, dessen Äste mit hunderten von Pfählen abgestützt werden. Diese Pfähle sind mit farbigen Tüchern umwickelt und werden von den Gläubigen gespendet.






              
Lampang ist die einzige Stadt in Thailand, in der es noch Pferdekutschen gibt.  Sie wurden vor rund 100 Jahren vom letzten Feudalherren Chao Boonyawat Wongmanit eingeführt,  der sich sogar extra einen indischen Fahrer dafür engagierte. Die Kutschen kamen ursprünglich aus Burma, wohin  sie die englischen Kolonialherrschaften von Indien mitgebracht hatten.  Wer es sich leisten konnte, hielt sich eine eigene Kutsche, später wurden sie dann in öffentliche Transportmittel umfunktioniert.  Heute sind sie nur noch eine Touristenattraktion.

 

Unser Hotel für heute ist das   Lampang River Logde Resort, ein idyllisch gelegenes Resort etwas außerhalb von Lampang. Es ist im nordthailändischen Lanna-Stil erbaut, hölzerne Bungalows, die sich um einen Teich gruppieren und von sehr viel Grün umgeben sind. 

Lan Na ล้านนา  wörtlich "Millionen Felder", war der Name einen Königreichs im Norden Thailands, das im 13. Jahrhundert entstand und bis in das heutige Yunnan reichte.  Lan Na hatte eine wechselvolle Geschichte und war zeitweise ganz unabhängig, dann wieder unter der Oberherrschaft Ayuttayas und Burmas.  Lanna, wie man es heute schreibt, hatte eine eigene Kultur, die sich deutlich von der des damaligen Siam unterschied.  Auch heute noch wird die eigenständige Lanna-Kultur betont. 


Die Standartzimmer, die wir gebucht hatten, waren für den Preis absolut in Ordnung, man hält sich ja ohnehin nur zum Schlafen darin auf.   Für unser Abendessen hatten wir uns den Nachtmarkt erwählt, einige Minuten mit dem Auto zu fahren, da das Resort ja etwas außerhalb liegt. 

Thailändische Nachtmärkte sind eigentlich immer gleich aufgebaut:  Um einen Platz gruppieren sich diverse "Freßbuden", wo man nach Herzenslust Leckereien für wenig Geld auswählen kann. Man bekommt sein Essen auf einem Teller gereicht und sucht sich dann einen Sitzplatz.  Das Geschirr kann man dann einfach stehen lassen, es wird von einem gut organisierten Service eingesammelt, gewaschen und dann irgendwie den ausgebenden Ständen zurückgegeben.   Plastikverpackungen für die Speisen gibt es zum Glück  immer seltener, es ei denn zum Mitnehmen.  Die Thais haben mittlerweile auch festgestellt, daß sich sich gerade mit den Schaumverpackungen ein großes Problem eingehandelt haben, denn 2013 wurde vom Pollution Control Department festgestellt, daß pro Tag 61 Millionen Teile verbraucht wurden und auf den Müll wanderten.  Vor langer Zeit wurde Essen mit Mitnehmen in ein Bananenblatt gepackt, das konnte man hinterher einfach in die Gegend werfen.  Daß das mit Plastikverpackungen nicht so einfach ist, hat sich noch nicht wirklich herumgesprochen.

Frühstück auf der Terasse über dem Fluß. Kann man den Tag schöner beginnen?   Das Frühstücksbuffet mit allem, was so für den Start in einen Tag braucht, kann man direkt am Fluß genießen, untermalt von allerlei Geräuschen, die so aus dem Grünzeug kommen.  




Weiter geht es nach Phayao und Chiang Rai!