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Donnerstag, 27. April 2017

Odeon Circle - das Tor nach Chinatown

Die von den   Brüdern Shaw und dem Chinesen Ho Ah Lok in den 20er und 30er Jahren installierten  Kinoketten  namens ODEON waren die ersten massiven Lichtspieltheater zwischen Singapore und Bangkok überhaupt und erfreuten sich  großer Beliebtheit.  

Es gab das Parkett, sehr preiswert für jedermann weil nicht klimatisiert, und einen kleinen  airconditioned Soundroom, wo der Film mit Originalton zu sehen und zu hören war.  Im Parkett wurde live synchronisiert,  ein  Sprecher  übersetzte den die Dialoge  mehr oder weniger textgetreu auf Thai. Zusätzlich gab es es Untertitel, manchmal aber nur in chinesischer Sprache.  Der Hintergrund war, daß  es in China eine vielzahl von Sprachen neben dem Mandarin, der  eigentlichen "Hochsprache" gab und immer noch gibt.  Da die Schrift aber eine Symbolschrift ist, kann sie jeder lesen, egal, welchen Dialekt er spricht.

Bei Eintrittspreisen  zwischen 25 Satang und  und 2 Baht konnte sich jeder Bürger einen Kinoabend mit der Familie leisten.

Odeon Kino und Springbrunnen 1960  

Dort, wo in Bangkok die jetzt Charoenkrung und die Yaowarath-Strasse zusammenlaufen, gab es früher einen großen freien Platz vor dem Odeon-Kino.  In den Jahren zwischen 1933 und 1940 wurde dieser wegen des langsam steigenden Verkehrsaufkommens in einen Kreisverkehr verwandlet, der wegen des bekannten Kinos den Namen วงเวียนโอเดียน Odeon Circle bekam. 

 In den späten 80er Jahren wurde das Kino abgerissen und der Kreisverkehr bekam einen Springbrunnen in der Mitte.

In den 1990er Jahren wurde der Brunnen mehr und mehr von Obdachlosen  in Beschlag genommen, so daß man diesen abgerissen und durch einen Torbogen  im chinesischen Stil ersetzt.

Finanziert wurde das Projekt von thailändischen Kaufleuten chinesischer Abstammung zur Feier des 72. Geburtstags von König Bhumipol.  In der Mitte trägt der  Bogen die chinesischen Zeichen für "lange lebe der König"  in der Handschrift  der  Kronprinzessin Maha Chakri Sirindhorn. Die Prinzessin hatte sich nach ihrem Studium der Geschichte 1978 den klassischen ostasiatischen Sprachen gewidmet und ihren Master in Epigraphik an der Chulalongkorn Universität gemacht. Sie beherrscht das klassische Chinesisch ebenso wie Sanskrit und Khmer.

Geht man die Yaowarath-Strasse entlang, findet man rechts und links chinesische Restaurants, in denen Haifischflossen, Schwalbennester und Seegurken angeboten werden. Da sich diese Lokale vorwiegend an Touristen wenden, ist anzunehmen, daß sowohl Haifischflossen auch auch Schwalbennesster  gefälscht sind.  Alle diese sogenannten Spezialitäten sind rar und teuer, und wer weiß schon, wie die eigentlich aussehen und schmecken? Haifischflossen sind ohnehin ein abzulehnendes Gericht, da den Fischen nur die Flossen abgeschnitten werden, der Rest geht zurück ins Wasser, wo die Tiere qualvoll sterben. 

Wir wenden uns darum in die andere Richtung,  in das Gewirr der kleinen Gassen zwischen dem Kreisel und dem Fluß.   Denkt man sich die Autos weg, könnte man meinen, die Zeit sei stehen geblieben.  Winzige Läden, die ihre Waren auf dem Gehsteig verstreut haben, man weiß eigentlich nicht genau, was die überhaupt verkaufen,  dazwischen eingeklemmt chinesische Tempel mit den typischen roten Laternen, dann wieder eine Garküche.

Letztere oft sogar mit einem Zertifikat der Stadtverwaltung, daß der Laden geprüft und für gut befunden wurde.   Angestellte aus den umliegenden Behörden essen hier preiswert zu Mittag, und auch als Ausländer  kann man hier unbedenklich eine Suppe bestellen.
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Wem nicht nach Nudelsuppe ist, der geht wieder zurück an Kreisel, nimmt ein Tuk-Tuk und läßt sich in wenigen Minuten ans Ende der Yaowarath-Strasse fahren. Dort steht das älteste Kaufhaus Bangkoks, das erst kürzlich sehr schön renovierte Old Siam Plaza.  In der obersten Etage gibt es einen "food court", wo man ausgezeichnet für wenig Geld essen kann. Alles sieht sehr sauber und appetitlich aus, man kauft sich eine Guthabenkarte am Eingang, geht dann von Stand zu Stand und sucht sich die Speisen und Getränke aus.


 Mit einem Fensterplatz kann man dann bei Essen dem Treiben auf der Strasse zuschauen.  Das Old Siam Plaza ist größtenteils klimatisiert, aber nicht so sehr, daß man eine Jacke mitnehmen muß. Thailändische Klimaanlagen kennen ja sonst nur zwei Betriebsarten:  Volle Pulle oder kaputt.  Bankfilialen sind typischerweise auf ca. 20°C heruntergekühlt, bei Außentemperaturen um 38°C. Die Angestellten sitzen dann mit Jacket drin, der Besucher bekommt einen Kälteschock. 

Wer auf dem Weg nach draußen wieder Hunger  bekommt, kann sich im Erdgeschoß noch schnell mit einer Kleinigkeit für den Heimweg versorgen.







Montag, 24. April 2017

In zehn Minuten durch die Immigration und Frühstück im Loy La Long

Zehn Stunden Flug, mit Rückenwind etwas weniger, dann ist man endlich in Bangkok.  Der Flughafen Suvannaphum "Goldenes Land" ist riesig,  der Fußmarsch vom Flieger zur Immigration wird durch Laufbänder erleichtert, eigentlich ganz angenehm nach der langen Reise.
Aber dann: so ein Airbus A380 hat 430 Sitze in der Economy "Holzklasse", 60 in der  Business und 12 in der  First Class.  Wenn nun zwei solcher Maschinen etwa zur gleichen Zeit landen, stehen rund 700 Passagiere vor der Immigration,  einige haben Weiterflüge nach Chiang Mai oder Phuket
gebucht, die dürfen gleich weiter zum Transit. 

Selbst wenn alle Schalter besetzt sind, dauert es mindestens eine Stunde, bis man endlich seinen Einreisestempel hat,  meistens aber deutlich länger. 

First Class Passagiere haben einen Extraschalter, die dürfen an der Schlange vorbei. Dafür bezahlen sie aber auch rund 4.500 € für einen Hin-und Rückflug.  Aber es gibt noch einen Weg! Billig fliegen und in zehn Minuten vom Flugzeug bis zum Taxi:

Das Ganze  nennt sich Premium Lane  und kostet 1.400 Baht, dafür genießt man für ein paar Minuten wirklich VIP-Status.  Direkt an der Boarding Bridge, dem "Finger" steht eines dieser elektrischen Wägelchen bereit, mit dem  geht es in rasendem Tempo quer durch den Flughafen zur Immigration.

Nicht dahin, wo die langen Schlangen stehen, auch nicht an den First Class Schalter, nein, es geht an
einen versteckt liegenden Sonderschalter für Diplomaten, wo überhaupt nichts los ist. Die Kontrolle für jeden Paß dauert weniger als eine Minute, jedenfalls, wenn man das Einreisekärtchen korrekt ausgefüllt. hat. 
Dann geht es zu Fuß ein paar Schritte weiter zum Gepäckband,  da steht auch schon jemand bereit, der das Gepäck auf einen Karren  lädt und nach draußen schiebt. Wenn man den Limousinen-Service mitbestellt hat, kann man gleich einsteigen,  ansonsten muß man sich selbst um eine Fahrgelegenheit kümmern.  

Wir hatten ein Auto vorbestellt, das uns in das Hotel "Loy la Long" bringen sollte.  Das ist eigentlich kein richtiges Hotel, eher ein Gästehaus mit nur 7 Zimmern. Es liegt auf dem  Gelände des  Tempels Wat Patum Kongka direkt am Chao Phraya Fluß.  Direkt heißt wirklich direkt, wenn man im Aufenthaltsraum sitzt, kann man die Füße in den Fluß halten, wenn das Wasser hoch genug steht. Der Chao Phraya ist gezeitenabhängig und hat die jeweils höchsten Wasserstände ganz früh morgens und abends gegen 20.00 Uhr. 

Loy la long bedeutet soviel wie "laß es fließen", ein durchaus passender Name für das kleine Haus.  Hat man den Eingang erst gefunden, er befindet sich ganz versteckt  an der Rückseite des Tempels, Hinweisschilder  gibt es nicht,  ist man wie bei Thais zuhause - vor  30 Jahren.   Warum das so versteckt ist, erklärt  die Inhaberin Tanita Sudasna Na Ayudhaya so:

Auf einem Tempelgelände sind weltliche Gebäude oder gar Geschäfte  nicht erlaubt. Das alte Warenhaus steht aber auf Pfählen im Fluß Chao Phraya, also nicht direkt auf Tempelgelände, und der Hauptingang befindet sich auf Wasserseite.  Lediglich ein kleiner Nebeneingang befindet sich auf der Rückseite zum Tempel hin.  Der Fluß ist eine öffentliche Wasserstraße, damit ist auch der Haupteingang an einer öffentlichen Strasse, Problem gelöst. Für Gäste, die nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Auto kommen, ist es ein bißchen verzwickt: Man muß als Adresse den Tempel angeben, dann ganz durchfahren und hinter dem letzten Gebäude ist dann das Loy la long.

Tanita Sudasna Na Ayudhaya und ihr Mann Saravuth Sadsananund kamen eher zufällig zu dem alten
hölzernen  Warenhaus, das früher als Lager für Reis und Fischsoße "nam pla" diente.

Sarawuth erzählt: "wir hatten einen stressigen Tag im Büro und ich bin mit dem Wassertaxi nach hause gefahren. Da sah ich das alte Haus und ein Schild "zu vermieten". Ich schrieb mir die Telefonnummer auf und habe dann drei Monate nicht mehr dran gedacht.  Dann, an einem Sonntagnachmittag,  ich arbeitete damals in einer Werbeagentur,  hatte ich überhaupt keine Lust mehr,  ins Büro zu gehen.  Das Haus fiel mir wieder ein, ich rief den Besitzer an und wir fuhren zur Besichtigung. Eine Woche später haben wir den Vertrag unterschrieben, und einen Monat später hat meine Frau ihren Job gekündigt und mit dem Hotel angefangen."

Hat man das Haus erstmal betreten, ohne Schuhe selbstverständlich,  wird die Zeit zurückgedreht. Alles ist aus Holz, ein bißchen verwinkelt, ein typisches thailändisches Haus eben. In der unteren Ebene gibt es  eine kleine Küche, vier Zimmer und einen Aufenthaltsraum, der direkt zum Wasser hin offen ist. Wie schon erwähnt, ist das der eigentliche "Haupteingang",  deswegen gibt es wohl wohl  weder ein Gitter noch sonst eine
Begrenzung zum Fluß.  In der oberen Etage sind drei weitere Zimmer und noch ein Aufenthaltsraum, dieser hat eine Terrasse mit wundervoller Aussicht.

Hier bei einer leichten Brise  zu frühstücken  ist allein das Geld wert, denn das Loy la Long ist kein Billighotel für Rucksacktouristen. Die Zimmer sind zwar mit allem Notwendigen ausgestattet, entsprechen aber eigentlich nicht dem, was man heutzutage  in einem modernen Hotel erwartet.

Man ist eben bei Thais zuhause, darf sich am Kaffee bedienen oder ein Bier aus dem Kühlschrank nehmen.   Das Frühkstück wird liebevoll zubereitet  und angerichtet, das dauert eine gewisse Zeit. Geht man raus, ist man in fünf Minuten in Chinatown, da ist es hektisch genug.

Eigentlich könnte man vom Frühstück bis in die Nacht aus der Terrasse sitzen und schauen, was sich
auf dem Fluß so alles tut. Da rauschen die Longtailboote vorbei, dann kommen die Wasserbusse, zwischendurch die Müllabfuhr, die Dreck aus dem Wasser fischt.
Nach Sonnenuntergang wird es laut, dann starten die großen River-Cruise  Schiffe.  Innerhalb von zwei Stunden fährt jedes Boot einmal rauf und runter und versucht, alle Uferbewohner an der Musik teilhaben zu lassen. Ab 22.00 Uhr wird dann alles ruhiger und man kann die Aussicht genießen.










Freitag, 8. April 2016

.....und nimmt Quartier im Hotel Ramada Riverside.


Der erste Eindruck von der Strassenseite her ist eher enttäuschend: Noch ein Hotelklotz, architektonisch wenig eindrucksvoll. Die wenigsten Besucher werden  beim ersten Mal von der Flußseite kommen,  später  dazu mehr. Ich komme mit dem Taxi von Pattaya und reise natürlich von der Stadtseite an, geht ja nicht anders.

Blick aus dem Zimmer zur Strassenseite
Der Empfang ist einem Hotel dieser Kategorie angemessen: Pagen in traditionell siamesisch nachempfundener Kleidung kümmern sich bereitwillig um das Gepäck und geleiten den Gast zur Rezeption.
Belagert nicht gerade eine Gruppe chinesischer Reisender  den Counter, wird man sofort freundlich begrüßt und bedient.  Warum sind eigentlich die booking.com Reservierungen  nicht sofort am  Computer verfügbar?  Ich hatte am Vortag von Pattaya aus gebucht, aber meine Reservierung war  nicht  aufzufinden.  Dasselbe war mir vor wenigen Tagen auch in Pattaya passiert, dort mußte ich dann eine geschlagene halbe Stunde in der Lobby warten.
Hier im Ramada hat es 10 Minuten gedauert, aber die Wartezeit wurde mit einem kalten Handtuch und einem Getränk deutlich angenehmer  gestaltet als im Garden Sea View Pattaya. So sollte Service sein!
Der Check-in  war dann nur noch eine Sache von einer halben Minute und ich konnte mein gebuchtes Zimmer beziehen.
Junior Suite ist eine Klasse über "normal", für den Bangkokreisenden aber eigentlich schon zuviel des Guten.  Die Suite hat ein Schlafzimmer mit TV, ein Wohnzimmer mit TV und einen Abstellraum fürs Gepäck,  Badezimmer natürlich nicht zu vergessen.  Das Ganze kostet knapp 100 Euro, und  es sei die Frage gestattet,  wozu man zwei Zimmer in Bangkok braucht,  noch dazu mit Fernseher.  Der typische Gast, ich also auch, verläßt das Hotel nach dem Frühstück und kommt  am späten Abend wieder, müde, satt und  glücklich.  In Bangkok genieße ich jede Minute, die ich nicht im Hotelzimmer bin!

Schlafzimmer mit Blick zum Klo
Noch eine Frage bewegt mich bis heute: Warum gibt es ein Fenster  zum Klo?   Das Badezimmer ist ausreichend groß, sogar mit Badewanne, und zum Schlafzimmer hin gibt es ein riesengroßes Fenster.  Wer hat sich sowas ausgedacht?  Zum Glück gibt es eine Jalousie, die  das Fenster blickdicht verschließt.

Leckerer Kaffee mit Mangokuchen in der Cafeteria
Wenn ich nachmittags in einem Hotel ankomme, brauche ich erstmal Kaffee.  Thailändischer Kaffee ist von exzellenter Qualität, ich erwähne nur die Marke Doi Chaang  als Beispiel.  Er kommt aus den Bergen von Nordthailand, wird traditionell geröstet und ist überhaupt nicht zu vergleichen mit unseren high-speed aerotherm gerösteten Sorten.  Dafür ist Kaffee auch relativ teuer,  für den Gegenwert einer großen Tasse Kaffee bekommt man eine Nudelsuppe an der Strasse.

Egal, was er kostet, ich begebe mich auf die Suche  nach  einer  Cafeteria in der Lobby und bin angenehm überrascht.  In schönem Ambiente mit bequemen Sesseln  kann man dort sogar Kuchen bekommen, serviert von  ausgesprochen höflichen  jungen Damen.   Sind die so höflich, weil ich so alt bin?  In Thailand ist man ja alten Leuten gegenüber immer sehr höflich.  Oder weil ich nach 40 Jahren  immer noch ganz passabel Thai spreche? Der Mangokuchen ist übrigens ausgezeichnet.

Ich beschließe, die Zeit bis zum Abendessen mit einer Bootsfahrt zur BTS Station Taksin-Brücke zu verkürzen. Das Hotel bietet einen kostenlosen Shuttle-Service dorthin im halbstunden Service  mit einer kleinen Barke an.   Der Aufgang zur Station  ist direkt an der Anlegestelle, und mit dem Skytrain erreicht man viele Destinationen in Bangkok  schnell und für wenig Geld.  Leider nicht den Flughafen, denn  statt die Strecke dorthin zu verlängern, hat man eine extra Linie, den Airport Rail Link dorthin gebaut. Man braucht ein anderes Ticket, und das Umsteigen ist äußerst mühsam. Mit großen Reisekoffern macht das gewiß keinen Spaß, mit Rucksack ginge es wohl

Shuttle-boat für Hotelgäste

Deswegen kommt auch niemand vom Flughafen mit dem Boot zum Ramada, obwohl  die Flußseite vom Hotel ein viel schöneres Anreiseerlebnis bieten würde.  Es ist einfach zu mühsam, mit dem Fluggepäck vom Airport-Link auf den Skytrain umzusteigen und dann von dort zum Bootsanleger. zu gelangen.

Aber schön wärs doch. Vom Boot könnte man dann den Koffer bequem durch den Nebeneingang in die Lobby rollen, welches Hotel kann sowas bieten?

Zeit zum Abendessen.  Wir haben um 28°C draußen, es geht ein leichter Wind.  Auf der Terrasse direkt am Wasser  gibt es Tische mit bequemen Sitzplätzen, da läßt sich schon ein Abend verbringen.  Das Angebot ist reichhaltig und für jeden Geschmack.  Cocktails und alkoholische Getränke treiben den Preis wie immer in Thailand in die Höhe, aber  die Location ist es wirklich wert.

Am Essen gibt  es  nichts auszusetzen, auch nicht an den Preisen. Es spricht eigentlich nichts dagegen, hier einen gemütlichen Abend zu verbringen.  Wenn da nicht meine Unruhe wäre. In Bangkok  den Abend an einem einzigen Platz verbringen? Ist irgendwie ein Widerspruch in sich. Und das Riesenrad lockt!  Beleuchtet und in Sichtweite von der Hotelterrasse, zu Fuß knapp 10 Minuten.


Terrasse  direkt am Wasser



Vom Hotel zur Verfügung gestelltes Bild

The Asiatique Riverfront - 40 Restaurants und 1.500 Boutiquen. Das mit den Restaurants glaube ich unbesehen, aber 1.500 Läden?  Nun gut, die kleinsten messen  drei mal drei Meter, kommt vielleicht doch hin.  Aber ein Bericht hierüber muß in einen extra Blog, das ist jetzt zuviel.

Das Ramada ist ein für thailändische Verhältnisse hochpreisiges Hotel,   aber das Geld wert.  Das Personal war durchweg freundlich und hilfsbereit, die Lage am Fluß  einzigartig, auch wegen des Shuttle-Service zum Skytrain.  Am Abreisetag hat man mir  einen late Check-out  für 14.00 Uhr gewährt ohne extra Charge, das gibts auch nicht überall. Als Zimmerkategorie würde mir Standard reichen,  zwei Fernseher braucht es wirklich nicht in Bangkok.




 

Donnerstag, 31. März 2016

....besucht die Universität, fährt mit dem Zug nach Bangkok und trinkt in Pattaya ein Bier.

unser letzter Tag in Chiang Mai: Einkaufen, Kochkurs für die Gruppe, ich selbst habe einen Termin in meiner alten Wirkungsstätte in der Universität. Der Dean,  Prof. Theera Visitpanich, hat mich eingeladen zum Mittagessen, Faculty of Agriculture
Ich bringe die Super-8 Filme mit, die ich vor 40 Jahren als Mitarbeiter im Royal Project gedreht, sie werden jetzt Bestandteil der 50-Jahrfeier der Fakultät.

Unser Bus bringt uns gegen halb fünf zum Bahnhof.  Vernünftige Leute fliegen die 800 km nach Bangkok, aber ich habe ja eine urtümliche Reise  versprochen mit Schiff, Fahrrad, Elefant und Eisenbahn, also fahren wir wenigstens diese eine Strecke mit der Bahn. 1974 war das aus finanziellen Gründen  unser bevorzugtes Transportmittel, wir konnten nämlich als Angestellte der Regierung kostenlos fahren, jedenfalls bei dienstlichen Anlässen. Privat sind wir lieber Motorrad gefahren, 1 Tag von Chiang Mai nach Bangkok.

 Schlafwagen nach Bangkok, Abfahrt 17 Uhr, Ankunft  7 Uhr in der Früh. Schlafen konnte man nur mit  Schlafmittel, sprich etwas Hopfen im Blut, vermischt mit Wasser.  Wir haben es tatsächlich damals geschafft mit fünf oder sechs  jungen Männern den Singha Bier Vorrat im Speisewagen niederzumachen.

Schlafwagen 2. Klasse  heißt Klappbetten rechts und links vom Gang, abgetrennt lediglich durch einen Vorhang.  Im Gegensatz zu früher ist jetzt auch die 2. Klasse klimatisiert,  das heißt Socken und Jacke anziehen, es wird kühl in der Nacht. Versorgt werden wir von einer recht aktiven Essenverkäuferin, die uns weismachen will, das es im Speisewagen nichts zu essen gibt. Das ist natürlich Blödsinn, sie verdient nur nichts an den Portionen, die im Speisewagen ausgegeben werden!

Die Probe aufs Exempel gibt uns recht, und wir werden im Speisewagen von einem sehr netten กะเทย Ladyboy bedient.  Der Speisewagens  selbst muß der gleiche sein, den wir 1974 leergetrunken hatten, ich erkenne ihn an dem kaputten Klappsitz, auf dem ich  schon damals gesessen hatte. Das war er!
 

Das Essen wird frisch zubereitet und ist lecker, aber es gibt eine große Enttäuschung: Kein Bier! Alkoholverbot im ganzen Zug. Dr. Samarn Footrakul, Vorstand des sogenannten Alcohol Control Board versucht seit geraumer Zeit, ganz Thailand trocken zu legen. Das klappt natürlich überhaupt nicht, und so werden eben schwerpunktmäßige Verbote erlassen, so zum Beispiel im Umkreis von 300 m um Bildungseinrichtungen. Da Schulen meist mitten in der Stadt sind, müssten also alle Restaurants und Hotels im Umkreis den Verkauf von Alkohol einstellen. Das Gesetz ist noch in Kraft, wird aber nicht angewendet. Warum gerade im Zug nichts ausgeschenkt werden darf, ist unerfindlich. Die Regierung wäre gut beraten, endlich härte Strafen für das Fahren unter Alkoholeinfluß zu verhängen, denn das ist wirklich ein Problem und nicht das Bier zum Essen im Restaurant. Und die thailändischen Schüler haben wahrhaftig anderes im Sinn, als nach Schulschluß die nächste Kneipe aufzusuchen, außerdem darf Alkohol sowieso nicht an Personen unter 20 Jahren verkauft werden.
Aberwitzig ist auch das Verkaufsverbot von Alkohol im Supermarkt zwischen 8 und 11 Uhr sowie zwischen 14 und 17 Uhr.  Wer also um halb fünf einkaufen geht, bekommt kein Bier  im Laden. 
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 Nach einer rumpeligen Nach erreichen wir gegen 7 Uhr morgens Bangkok. Von Bangkok nach Pattaya ist es noch eine gute Stunde Fahrzeit mit dem Auto. Wir haben unsere  Minibusse vorab bestellt, für 10 Personen mit Gepäck ist das allemal günstiger als jede andere Transportmöglichkeit und bequemer sowieso.
Unsere Fahrer sind pünktlich zur Stelle ( nochmals eine lobende Erwähnung von SriSiam Holidays, die uns sehr gut betreut haben ) und wir vereinbaren, daß sie als erstes ein Rasthaus anfahren sollen, wo wir in Ruhe frühstücken können.  Das klappt auch, und wir können uns nach der langen Nacht erstmal mit reichlich Kaffee wieder in Schwung bringen.

Gegen 10.00 Uhr sind wir am Ziel, dem Jomtien Pinnacle Resort. So früh sind die Zimmer natürlich noch nicht bezugsfertig, aber man gibt sich sehr große Mühe und gegen 11.00 Uhr können wir tatsächlich einziehen.  Das Pinnacle ist ein recht großes Ferienhotel direkt am Strand. Es gibt einen großen und einen kleinen Pool,  die Anlage ist weitläufig und gut in Schuß.  Es war allerdings auch nicht sehr voll,   Hauptreisezeit ist ja Dezember bis Februar. Das Restaurant bietet eine große Auswahl an Gerichten zu sehr moderaten  Preisen. Das Frühstücksbuffet war auch sehr gut bestückt mit Speisen nach westlichem Geschmack und mit typischen Thai-Frühstücksgerichten. 

Die Zimmer sind wie zu erwarten ebenfalls von hohem Standard. Wir hatten ebenerdige Räume mit Balkon in Strandnähe,  sehr sauber und bestens in Schuß.

Der Strand schließt sich direkt an die Anlage an und ist ebenfalls sehr sauber und gepflegt, Handtücher werden am Pool kostenlos ausgegeben.

Eigentlich spricht nichts dagegen, den ganzen Tag hier zu bleiben, aber wir wollen die Gegend erforschen und laufen ein Stück den Strand entlang, bis wir auf eine Surfschule mit Restaurant treffen. Wenn ein Cocktail schon Kamikaze heißt, kann man nicht widerstehen, also probieren wir ihn,  direkt am Strand mit Ausblick auf die kleine Surfregatta, die gerade stattfindet.















 Wer in Pattaya ist, muß wenigstens einmal das Nachtleben gesehen haben.  Das Pinnacle liegt etwas außerhalb, aber  es wird ein Shuttle-Service angeboten, der uns in knapp 20 Minuten  zur Walking Street bringt.  GoGo Bars,  Musikkneipen, Entertainment, Restaurants. Es ist laut, bunt und schrill.  Als wir dieses Schild sehen,  beschließen wir erstmal zu Abend zu essen. Bier+Essen für 99 Baht ist doch ein Schnäppchen. In Wirklichkeit ist es doch nicht, wir sitzen in einem auf Kühlschranktemperatur gebrachten Restaurant und werden schnell und effizient abgefüttert. Bei den Temperaturen ist an ein gemütliches Essen nicht zu denken.



Wir setztn uns in eine Open-Air Bar mit live Musik und schauen bei einem Bier, wer so alles voerbeiläuft. Am witzigsten sind die chinesischen Reisegruppen, rechts und links knipsend und immer dem Guide mit dem Fähnchen hinterher. Eins fällt uns auf: es  ist alles recht unaufdringlich, wenn man ein "come in, Sir" mit einem freundlichen Lächeln beantwort, wird man nicht weiter angesprochen. Und noch etwas: die Preise für Essen und Trinken sind recht moderat.  Die Damen, die sich rechts und links anbieten, tun das sehr diskret,hier kann man auch mit der  Familie flanieren.




Ein Sammeltaxi bringt uns  für unverschämte  500 Baht zurück ins Hotel. Das ist zwar viel zu teuer, aber ich habe keine Lust, groß zu handeln, für uns zusammen sind das etwas über 10 Euro.